JETZT WEG MIT DEM FETT

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Mit diesem Trainingsplan fürs Fahrrad werden Sie in 8 Wochen einige Kilos auf der Strecke lassen – bei den meisten Einheiten können Sie sich sogar noch gut nebenbei unterhalten.

RADTOUR IN EUROPAS „CAPITAL OF CYCLING“

Fahrradtour
Joscha Kinstner/ Fit for Fun

Er sieht aus wie aus dem Katalog entsprungen; mit seinem hellbraunen Jacket, blauem Hemd, Chino-Hosen, italienischen Lederschuhen und Ray-Ban-Sonnenbrille gibt er das perfekte Model für Urban Lifestyle ab. Dabei kommt Walter Zantinge – in Surinam geboren, in den Niederlanden aufgewachsen, in Amsterdam zum Banker geworden – gerade aus dem Büro. Wir treffen ihn vor dem kleinen Bikeshop Pristine Fixed Gear in der Kinkerstraat nahe dem Amsterdamer Szeneviertel Jordaan. Keine Frage, der Mann hat Stil. Und das sieht man auch an seinem neuen Spielzeug – seinem Fixie. Das hat sich Walter erst vor drei Wochen von Sammy Dirksz, dem Chef des Bikeshops Pristine, zusammenschrauben lassen.

„Natürlich brauche ich so ein Rad nicht wirklich – aber es macht Spaß und motiviert mich.”

Vorn ein orangefarbenes Laufrad mit lediglich fünf Speichen, ein weißer Rahmen und ein weißes Hinterrad, dazu ein kurzer, nach vorn gebogener Stummellenker, umwickelt mit Lenkerband im gleichen Braunton wie sein Sattel von Brooks. Keine Schaltung, keine Bremse stört die puristische, aber aufdringliche Optik. Walter (seine Urgroßmutter war Deutsche, daher stammt der teutonische Name) ist dem Fixie-Fetisch verfallen, wie er erzählt: “Am Wochenende fahren wir Touren zwischen 120 und 180 Kilometer außerhalb der Stadt. Und in der Stadt ist Fixiefahren eine ganz eigene Art, um voranzukommen – du musst aufmerksamer und vorausschauender fahren.“

 

Fahrrad – das mobile Fitnessstudio

Fahrradtour
Joscha Kinstner/ Fit for Fun

Durch ihre Veloverliebtheit lösen die Amsterdamer nicht nur das Verkehrsproblem in der engen Innenstadt, sie tun auch etwas für die Volksgesundheit. Denn in einer Stunde auf dem Bike verbrennt man rund 720 Kilokalorien (bei 75 kg Körpergewicht) – und schont dabei Gelenke und Knochen. Gerade wer noch ein paar Kilos zu viel mit sich rumschleppt, für den ist das Fahrrad also das perfekte mobile Fitnessstudio. Selbst wenn Laufen etwas effektiver ist – eine Stunde Radfahren fällt vielen leichter als eine Stunde Joggen.

FIT MIT FIXIE

Und Radfahren bringt auch ungeliebte Fettpolster zum Schmelzen. Eine Untersuchung der Sporthochschule Köln mit rund 60 Probanden zeigte, dass der Körperfettanteil bei dieser Gruppe nach drei Monaten Training um rund acht Prozent abgenommen hatte und bis zu acht Kilogramm Körpergewicht der Bewegung im Sattel zum Opfer gefallen waren. Zwar ist dafür etwas Zeiteinsatz notwendig, doch mit etwas Motivation rollen auch Sie schnell einer leichteren Zukunft entgegen. Für ausgedehnte Touren fehlt Idir oft die Zeit? Kein Problem. du darfst die Strecken auch gern aufteilen, solange du dabei ein sportliches Tempo an den Tag legst.

BIKEN IST AUCH GUT FÜR’S HERZ

Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause einfach den ein oder anderen Zwischenspurt einlegen, etwa von einer Ampel bis zur nächsten, und Biken wird noch mehr als ein Fettkiller – ihr profitiert im Vorbeifahren von weiteren positiven Effekten:

  • Das Herzminutenvolumen steigt von 20 bis 25 Liter auf bis zu 40 Liter pro Minute. Das Herz wird also nicht nur größer und kräftiger, es spart auch Sauerstoff, der an anderer Stelle gut gebraucht werden kann.
  • Damit einher geht ein Absenken des Ruhepulses: Untrainierte haben in der Regel einen Wert von rund 70 Schlägen pro Minute, Trainierte kommen zum Teil mit weniger als 45 aus. Und weniger Schläge pro Minute bedeuten meist eine längere Laufleistung des „Motors“ Herz.
  • Ebenso kann man mit dem Rad Gelenkprobleme in den Griff bekommen. Treten im Knie Knorpelschäden auf, ist Joggen oft schmerzhaft. Um den Knorpel, die Schmierschicht für die Gelenke, wieder aufzubauen, hilft zyklische Bewegung ohne große Gewichtsbelastung – so wie sie beim Radfahren gegeben ist.

Es könnte also so einfach sein. Warum werden in Deutschlands Städten trotzdem nur 9 Prozent aller Strecken mit dem Rad bewältigt – während es in Amsterdam 40 Prozent sind? Antwort gibt der Copenhagenize-Index (www.copenhagenize.com), der Amsterdam 2015 gemeinsam mit Kopenhagen zur velofreundlichsten Stadt in Europa kürte.

IN DEUTSCHLAND MÜSSEN WIR NOCH NACHBESSERN

Experten beurteilten dabei weltweit rund 150 Städte auf ihre Infrastruktur für Biker, flächendeckende Verleihstationen, die Städteplanung, politisches Wohlwollen gegenüber Radfahrern, die Bikekultur und auch verkehrsberuhigende Maßnahmen. Selbst wenn der Index die Städte nicht nach harten Fakten auswertet, erfasst er doch die Velo-Wertschätzung in den Metropolen. Und wo die Voraussetzungen stimmen, wird das Bike schnell zum Verkehrsmittel Nummer eins. Mehr als 600 000 Räder werden von den rund 800 000 Einwohnern in Amsterdam auf den etwa 400 Kilometer Radwegen bewegt. Als beste deutsche Stadt landete Berlin übrigens auf Platz 12, Hamburg auf Platz 198. Beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC, 2014) sieht das Deutschland-Ranking jedoch anders aus. Da nimmt die Unistadt Münster klar die Spitzenposition ein. Berlin liegt auf Platz 30, Hamburg sogar nur auf Platz 35 von 39 bewerteten Städten.

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