Situationen, in denen Meditieren ungemein hilft

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In den letzten Jahren haben sich vor allem Mediziner dafür interessiert, was Meditation bewirken kann. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Wir zeigen Ihnen, wann Meditieren Sie retten kann.

Haben Sie schon einmal meditiert? Nö, das ist ja nur so eine exotische Sache für Mönche, Yogis und Esoteriker? Ach, kommen Sie, das stimmt doch schon lange nicht mehr. Denn mittlerweile gibt es nicht nur die jahrtausendealten Meditationsverfahren, die vor allem der Suche nach Sinn und Selbsterkenntnis dienen.

Vorteile der Meditation

Es gibt auch solche, die in erster Linie der Gesundheit wegen praktiziert werden. Und diese setzen sich immer mehr durch. “In den USA wird Meditation schon an den Schulen angeboten”, so Dr. Ulrich Ott von der Universität Gießen, der die Wirkung von Meditation auf das Gehirn genauer untersucht. In Amerika gehört es also längst zum Alltag: “Manager machen es gleichermaßen wie Hausfrauen und Studenten.”

Meditieren bei Stress

Der Blutdruck steigt, das Herz klopft, und die Hände werden feucht: Stress entsteht, wenn es nicht möglich ist, eine Distanz zwischen sich und den Anforderungen des Alltags aufzubauen. Und genau da setzt die Meditation beziehungsweise das von Jon Kabat-Zinn entwickelte MBSR-Training (Mindfulness-Based Stress Reduction) an. Zu einem Kurs mit wöchentlichen Treffen gehören unter anderem geleitete Meditationen, Yoga-Abfolgen und Übungen, die jeden Tag zu Hause gemacht werden.

Außerdem ist es wichtig, ganz alltägliche Dinge achtsam zu machen, also etwa wirklich ganz bewusst zu kauen, schmecken oder riechen. Das Ganze ist eine Art Gegenentwurf zum Multitasking, das uns der hektische Alltag inzwischen so häufig abverlangt. Ziel der Meditation ist es zu lernen, die Aufmerksamkeit immer wieder zum gegenwärtigen Moment zurückzubringen.

Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle, die Sie dann wahrnehmen, bewerten Sie nicht, sondern nehmen sie einfach an, indem Sie ihnen mit interessierter Aufmerksamkeit begegnen. Nur wenn Sie sich Ihrer Gedanken und Gefühle gewahr (das heißt achtsam) sind, lässt sich Distanz dazu aufbauen. Sobald Sie erkennen, dass es bloß ein Gedanke ist, nicht aber Sie selbst, werden Sie schnell merken, wie entspannend das ist und wie viel weniger Sie Beunruhigendes betrifft. Auf diese Weise können Sie den hektischen Alltag und stressige Situationen besser meistern.

Dieser Effekt ist inzwischen gut belegt, etwa durch eine Studie der Università di Bologna: Ihr zufolge kann MBSR Stress ebenso mindern wie die bewährten Standard-Entspannungsverfahren (wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation). Ein zusätzlicher Benefit: Die Meditations-Teilnehmer waren nicht nur entspannter, sondern auch weniger ängstlich und grüblerisch als die Kontrollgruppe.

Meditieren bei Schmerzen

Jon Kabat-Zinn hatte vor allem Schmerzpatienten im Sinn, als er MBSR entwickelte. Nicht solche, die gelegentlich mal eine Tablette nehmen. “Es waren hoffnungslose Fälle, chronische Schmerzpatienten, bei denen selbst starke Mittel nicht mehr ausreichten”, so Ott. Denn Schmerzen lösen auch Stress aus, und bei Menschen, die dank Meditation damit anders umgehen können, lassen die Schmerzen nachgewiesenermaßen nach. Was bei den ganz Kranken funktioniert, klappt natürlich auch bei weniger Kranken: “Es profitiert grundsätzlich jeder davon, der Schmerzen hat”, erklärt Ott. Besonders viel bringt Meditation unter anderem bei Gelenk- und Rückenproblemen: Einer Untersuchung der US-amerikanischen Drexel University in Philadelphia zufolge haben Patienten mit chronischer Arthritis nach dem 8-wöchigen Kurs nicht nur deutlich weniger Schmerzen und sind spürbar beweglicher, auch ihre gesamte Lebensqualität ist besser. Eine andere Studie widmete sich Patienten mit Rückenschmerzen, die schon eine Operation hinter sich hatten: Sie brauchten dank MBSR weniger Schmerzmittel als die Kontrollgruppe und waren deutlich beweglicher.

Meditieren bei Schlafproblemen

Wer weniger gestresst ist, der schläft auch besser – so weit, so naheliegend. Wie sehr, zeigt eine Studie der University of Minnesota. Ihr zufolge hilft der MBSR-Kurs genauso gut gegen Schlaflosigkeit, wie 8 Wochen lang jede Nacht eine Schlaftablette zu nehmen. Und das ist nicht alles: Zu MBSR gehört auch der so genannte Bodyscan, eine Meditation, bei welcher der Körper systematisch vom Kopf bis zu den Füßen durchgespürt wird. Die Empfindungen in jedem einzelnen Bereich werden erforscht, ohne sie dabei verändern zu wollen. Obwohl der eigentliche Sinn des Bodyscans ist, die Achtsamkeit zu trainieren, hilft er sehr gut beim Einschlafen. Denn für gewöhnlich kommt es nach etwa 20 Minuten zu einer tiefen Entspannungsreaktion, bei der sich alle körperlichen Prozesse beruhigen, die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden: Der Blutdruck sinkt, die Muskulatur lockert sich, Herz- und Atemrhythmus werden harmonischer und ruhiger. Der Bodyscan kann also als Einschlafmittel dienen, auch wenn Sie am Tag nicht regelmäßig meditieren.

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